Barthel. Wissen, wo Barthel den Most holt.
Für diese Redensart gibt es eine ganze Reihe von Herkunftserklärungen. Zum Beispiel eine Ahnlehnung an die altfranzösische Erzählung, in der die Rede von einem entschlossenen Barthole ist, der seinen Weinberg verkauft habe, um neue Werkzeuge kaufen zu können, also lächerlich und töricht handelt. Ganz im Gegensatz zum Barthel im Sinne der Redewendung im heute gebräuchlichen Sinn, nach dem der Barthel sich in schwierigen Lagen zu helfen weiß. Schlüssiger erscheint mir eine Erzählung des Schulheiß von Heilbronn, nach der ein gewisser Barthel, der im 13. Jahrhundert lebte, einen (allerdings nicht näher beschriebenen) Trick kannte, sich auf billige Art und Weise, im dortigen Ratsweinkeller Wein zu kaufen.
Ähnliches berichtet Grimmelshausen in seinem Simplicissimus in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhundert. Noch einleuchtender ist die Erklärung, das hebhräische Wort Barsel = Eisen und die hebräische Bezeichnung ma'oth = Geld (aus der übrigens die Bezeichnung Moos (für Geld) stammt. Der ursprüngliche Sinn der Redewendung wäre demnach: wissen, wo man mit dem Eisen (Brecheisen) durch einen Einbruch Geld beschaffen kann.