Kerouac, Jack (USA)
Geb. 13.3.1922 in Lowell/Massachusetts; gest. am 21.10.1969 in St. Petersburg/Florida.
Der amerikanische Schriftsteller zeigte in seinen (autobiografischen) Romanen Menschen, die sic der bürgerlichen Gesellschaft konequent verweigern und ziellos durchs Land reisen.Einige Literaturexperten vertreten die Meinung, dass Kerouacs improvisierende Erzählweise in ihrer Rhythmik an den Jazz erinnere.
Kerouac wurde als Sohn frankokanadischer Einwanderer in Lowell/ Massachusetts geboren. Der Vater besaß eine kleine Druckerei. Dank seiner Erfolge als Leichtathlet und Footballspieler erlangte Kerouac lokale Berühmtheit und erhielt 1940 ein Stipendium an der Columbia- Universität in New York. Bereits im folgenden Jahr verließ er die renommierte Hochschule nach Differenzen mit seinem Footballtrainer.
Nach verschiedenen Gelegenheitsjobs ging Kerouac 1942 zur Handelsmarine. Ein Jahr später wurde er zur Kriegsmarine eingezogen und wieder entlassen, nachdem er eine Geisteskrankheit vorgetäuscht hatte. 1944 kam er in New York mit literarisch interessierten Studenten um den Schriftsteller William S. Burroughs zusammen. Im selben Jahr war Kerouac in einen Mord unter Homosexuellen verwickelt (sog. Carr-Kammerer-Affäre). Die Staatsanwaltschaft klagte ihn der Beihilfe an, weil er die Tatwaffe hatte verschwinden lassen. Um an das Geld für die Kaution zu gelangen, heiratete Kerouac Edie Parker, mit der er vor Jahren ein Verhältnis gehabt hatte. Er kam frei und ließ sich zwei Monate später scheiden. Mitte der 40er Jahre lernte Kerouac den Gelegenheitskriminellen Neal Cassady kennen. Mit Cassady, den er Zeit seines Lebens bewunderte, brach er 1947 zu einer Tramptour durch die USA auf. 1949 schloß sich eine zweite Fahrt an, die nach Louisiana und San Francisco führte. Ein Jahr später erschien Kerouacs erstes Buch, der autobiographische Roman The Town and the City, der sich trotz guter Kritiken nicht verkaufte. Ebenfalls 1950 heiratete er die Kellnerin Joan Haverty. Als sie ein Kind erwartete, bestritt er die Vaterschaft und trennte sich nach sechs Monaten wieder von ihr.
Im Folgejahr schrieb Kerouac innerhalb von drei Wochen die Urfassung seines Romans Unterwegs («On the Road») auf eine 83 m lange Papierrolle. Das autobiographische Werk berichtete von mehreren Fahrten des Erzählers Sal Paradise mit und ohne seinen Freund Dean Moriarty. In den folgenden sechs Jahren verfaßte Kerouac zwölf weitere Bücher, darunter Visions of Cody (erschienen 1972), Maggie Cassidy (1959), Mexico Blues (1959), Lonesome Traveller (1960) und Be-Bop, Bars und weißes Pulver («The Subterraneans», 1958). Kerouac schrieb alles, was ihm zu einer Person oder einem Ereignis in den Sinn kam, spontan auf (spontanes Schreiben, sog. sketching). Auf diese Weise wollte er jede Art von Zensur durch sein Bewußtsein ausschalten.
Als im Herbst 1957 Unterwegs erschien, wurde Kerouac schlagartig berühmt. Die romantische Idealisierung eines Lebens ohne Ziel und Bindung, das ausschließlich auf den Augenblick ausgerichtet ist, traf den Nerv der amerikanischen Jugend. Kerouac avancierte zum Führer der sog. Beatgeneration, einer Gruppe von Schriftstellern (u. a. Burroughs, Lawrence Ferlinghetti, Allen Ginsberg), die alle Werte der US-Gesellschaft radikal ablehnten. 1959/60 wurden nahezu alle Romane Kerouacs, die in den 50er Jahren entstanden waren, veröffentlicht. Die schnelle Aufeinanderfolge vermeintlich neuer Kerouac-Werke zog eine Welle von Verrissen nach sich. Dem Schriftsteller wurde vorgeworfen, in aller Eile eine Fülle an Texten produziert zu haben, um seinen Ruhm kommerziell auszunutzen. Kerouac,der häufig Drogen genommen hatte, geriet in eine psychische Krise und verfiel dem Alkohol. 1961 schrieb er die wenig erfolgreichen Romane Big Sur (veröffentlicht 1963) und «Engel, Kif und neue Länder» («Desolation Angels», 1965).
1966 erlitt Kerouacs Mutter, neben Cassady seine wichtigste Bezugsperson, einen Schlaganfall. Im selben Jahr heiratete er Stella Sampas, die Schwester eines Schulfreunds, die von nun an die Mutter versorgte.
1967 entstand Kerouacs letzter Roman, Die Verblendung des Duluoz («Vanity of Duluoz»), über Ereignisse und seine Erlebnisse zwischen 1935 und 1946. Gleichzeitig plante er, seine road novels zu überarbeiten und als Duluoz Legend zusammenzufassen. Sein Alkoholkonsum vereitelte dieses Vorhaben: 1969 starb Kerouac 47jährig in St. Petersburg/Florida.
Nach verschiedenen Gelegenheitsjobs ging Kerouac 1942 zur Handelsmarine. Ein Jahr später wurde er zur Kriegsmarine eingezogen und wieder entlassen, nachdem er eine Geisteskrankheit vorgetäuscht hatte. 1944 kam er in New York mit literarisch interessierten Studenten um den Schriftsteller William S. Burroughs zusammen. Im selben Jahr war Kerouac in einen Mord unter Homosexuellen verwickelt (sog. Carr-Kammerer-Affäre). Die Staatsanwaltschaft klagte ihn der Beihilfe an, weil er die Tatwaffe hatte verschwinden lassen. Um an das Geld für die Kaution zu gelangen, heiratete Kerouac Edie Parker, mit der er vor Jahren ein Verhältnis gehabt hatte. Er kam frei und ließ sich zwei Monate später scheiden. Mitte der 40er Jahre lernte Kerouac den Gelegenheitskriminellen Neal Cassady kennen. Mit Cassady, den er Zeit seines Lebens bewunderte, brach er 1947 zu einer Tramptour durch die USA auf. 1949 schloß sich eine zweite Fahrt an, die nach Louisiana und San Francisco führte. Ein Jahr später erschien Kerouacs erstes Buch, der autobiographische Roman The Town and the City, der sich trotz guter Kritiken nicht verkaufte. Ebenfalls 1950 heiratete er die Kellnerin Joan Haverty. Als sie ein Kind erwartete, bestritt er die Vaterschaft und trennte sich nach sechs Monaten wieder von ihr.
Im Folgejahr schrieb Kerouac innerhalb von drei Wochen die Urfassung seines Romans Unterwegs («On the Road») auf eine 83 m lange Papierrolle. Das autobiographische Werk berichtete von mehreren Fahrten des Erzählers Sal Paradise mit und ohne seinen Freund Dean Moriarty. In den folgenden sechs Jahren verfaßte Kerouac zwölf weitere Bücher, darunter Visions of Cody (erschienen 1972), Maggie Cassidy (1959), Mexico Blues (1959), Lonesome Traveller (1960) und Be-Bop, Bars und weißes Pulver («The Subterraneans», 1958). Kerouac schrieb alles, was ihm zu einer Person oder einem Ereignis in den Sinn kam, spontan auf (spontanes Schreiben, sog. sketching). Auf diese Weise wollte er jede Art von Zensur durch sein Bewußtsein ausschalten.
Als im Herbst 1957 Unterwegs erschien, wurde Kerouac schlagartig berühmt. Die romantische Idealisierung eines Lebens ohne Ziel und Bindung, das ausschließlich auf den Augenblick ausgerichtet ist, traf den Nerv der amerikanischen Jugend. Kerouac avancierte zum Führer der sog. Beatgeneration, einer Gruppe von Schriftstellern (u. a. Burroughs, Lawrence Ferlinghetti, Allen Ginsberg), die alle Werte der US-Gesellschaft radikal ablehnten. 1959/60 wurden nahezu alle Romane Kerouacs, die in den 50er Jahren entstanden waren, veröffentlicht. Die schnelle Aufeinanderfolge vermeintlich neuer Kerouac-Werke zog eine Welle von Verrissen nach sich. Dem Schriftsteller wurde vorgeworfen, in aller Eile eine Fülle an Texten produziert zu haben, um seinen Ruhm kommerziell auszunutzen. Kerouac,der häufig Drogen genommen hatte, geriet in eine psychische Krise und verfiel dem Alkohol. 1961 schrieb er die wenig erfolgreichen Romane Big Sur (veröffentlicht 1963) und «Engel, Kif und neue Länder» («Desolation Angels», 1965).
1966 erlitt Kerouacs Mutter, neben Cassady seine wichtigste Bezugsperson, einen Schlaganfall. Im selben Jahr heiratete er Stella Sampas, die Schwester eines Schulfreunds, die von nun an die Mutter versorgte.
1967 entstand Kerouacs letzter Roman, Die Verblendung des Duluoz («Vanity of Duluoz»), über Ereignisse und seine Erlebnisse zwischen 1935 und 1946. Gleichzeitig plante er, seine road novels zu überarbeiten und als Duluoz Legend zusammenzufassen. Sein Alkoholkonsum vereitelte dieses Vorhaben: 1969 starb Kerouac 47jährig in St. Petersburg/Florida.
Fundstellen:
Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 10. April 2011 um 17:13 Uhr