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Fachliteratur

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Hier möchte ich Ihnen einen kurzen Überblick über Fachliteratur für Medienschaffende geben. Meine Hinweise erheben ausdrücklich keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie beziehen sich auf eine Auswahl, die ich aus eigener Erfahrung für nützlich halte.

1. Zeitschriften


journalist
Der journalist ist das Verbandsmagazin des Deutschen Journalisten Verbandes (DJV). Es erscheint monatlich. Der Bezug ist für Verbandsmitglieder kostenlos. Wer kein Mitglied des DJV ist, kann es zum Preis von 12 Euro pro Ausgabe beziehen. Das Heft berichtet medienübergreifend (Print, Radio, Fernsehen, Online) über so gut wie alles Aspekte unseres Berufs. Zusätzlich stellt es Verbandsnachrichten bereit und bietet einen Seminar-Kalender, sowie einen recht umfangreichen Stellenmarkt.
Bezug:
Verlag Rommerskirchen GmbH,
Rolandseck,
53424 Remagen
Tel. 02228/931-0
http://www.journalist.de

 

Medium Magazin
Medium-Magazin wird zwar in Österreich verlegt, richtet sich aber an den deutschen Markt, und hier überwiegend an Printjournalisten. Es erscheint monatlich. Eine Ausgabe kostet 4 Euro. Eine wertvolle Hilfe für freie Journalisten dürfte die regelmäßige Rubrik ‘Kiosk’ sein. Hier werden die unterschiedlichsten Zeitschriften und ihre Redaktionen vorgestellt. Der Leser erfährt etwas über das Honorar, ob Konkurrenzausschluß besteht, welche Chancen Freie generell haben, und auf welche Weise Kontakt mit der Redaktion aufgenommen werden kann. Das Medium Magazin ist wohl das leistungsfähigste, verbandsunabhängige Magazin für Medienschaffende (auch wenn es sich vorwiegend an Print-Journalisten richtet). Ich kann es bedenkenlos empfehlen.
Bezug:
Johann Oberauer GmbH
Fliederweg 4
A-5301 Salzburg
Tel. 0043/6225/2700-0
http://www.mediummagazin.de

message
Message ist unter den mir bekannten Fachmagazinen das anspruchsvollste. Leider jedoch auch das teuerste. Das Jahres-Abo (4 Ausgaben) kostet 48 Euro inkl. Zustellgebühren. Für den hohen Preis wird der Leser jedoch mit jeder Menge Information entschädigt. Der Schwerpunkt von message liegt auf internationalem Journalismus. Wer über den Tellerand blicken will, kommt nach meiner Meinung an Message kaum vorbei. Auf 134 weitgehend anzeigenfreien (!) Seiten gibt es keinen Häppchenjournalismus, sondern sauber recherchierte Information pur.
Message ist nichts für schnelle Leser. Die Beiträge sind meist sehr ausführlich und nicht in ein paar Minuten durchzulesen.
Kontakt:
UVK-Verlagsgesellschaft mbH
Schützenstr. 24
78462 Konstanz
Tel. 07531-9053-0

http://www.uvk.de

insight
insight kommt etwas dünn daher. Der Umfang beträgt magere 52 Seiten, von denen im Schnitt auch noch 6 bis 8 für Anzeigen herhalten müssen. So gesehen erscheint der Preis von 4 Euro für das monatlich erscheinende Heft recht hoch. Der Untertitel von Insight lautet ‘Das Magazin der Medienbranchen’ und drückt deutlich aus, was Insight ist: Kein Fachmagazin für Printjournalisten. Kollegen aus Funk und Fernsehen finden hier gleichermaßen wertvolle Informationen.
Gut: Eine Terminseite nach dem Motto: Was geschah vor 20, 35 oer auch 120 Jahren mit Denkanstößen bzw. wider das Ideen-Vakuum im Hirn.
Weniger gut: Ich bemerkte bereits zweimal ein fehlerhaftes Datum auf diesen Seiten. Bevor Kollegen ein Thema aufgreifen, sollten sie sicherheitshalber das Datum auf Stimmigkeit prüfen.
Auch gut beim insight:
Die regelmäßigen Tipps zum Dickicht im Steuerdschungel, zur vermeintlichen Scheinselbständigkeit oder die Stolperfallen bei der GmbH-Gründung. Autor Teja Banzhaf versteht es, diese trockene Thematik verständlich und immer mit einer Prise Humor darzustellen.
Bezug:
Verlag Rommerskirchen GmbH,
Rolandseck,
53424 Remagen
Tel. 02228/931-0

2. Bücher

Hier gilt meine Einschränkung was die Vollständigkeit angeht, noch vehementer. Es gibt hunderte, wenn nicht noch mehr Bücher, die die Thematik Journalismus aufgreifen. Meine Auswahl sollte daher nicht als allgemeingültige Empfehlung verstanden wissen. Es sind Bücher, mit denen ich persönlich gute Erfahrungen gemacht habe.

 

Wolf Schneider/Paul-Josef Raue
Handbuch des Journalismus
1996, Rowohlt, 345 Seiten
ISBN 3 498 0631 X
“In diesem Lehrbuch schlagen sich eine so vielfältige Berufserfahrung und eine so intensive Lehrtätigkeit nieder wie in keinem anderen”. Wenn Autoren einen solchen Satz auf den Waschzettel schreiben, dann sollte etwas dran sein. In der Tat kann das Buch von Schneider und Raue als Grundlagenwerk angesehen werden. Ob Feature oder Boulevard-Journalismus, ob Reportage oder Portrait, wie man Leser gewinnt, wie ein Layout entsteht, die Autoren lassen nichts aus. Ein ganz ausgezeichter Abschnitt sind die beiden Kapitel ‘Wie Journalisten entscheiden’ und ‘Wie Journalisten entscheiden sollten’.
Über das Kapitel ‘Stilkunde’ kann und darf man geteilter Meinung sein. Immerhin heißt einer der beiden Autoren Wolf Schneider und nicht etwa Eike Christsian Hirsch!
Umfangreicher Anhang mit zahlreichen Adressen, Ausbildungswegen, Journalistenschulen und einem ausgzeichneten Glossar.

 

Walter von LaRoche
Einführung in der praktischen Journalismus
1995, List, München.252 Seiten. Softcover.
ISBN 3-471-78043-3
Es handelt sich um einen Klassiker. Immerhin ist zum Zeitpunkt der Niederschrift dieser Zeilen bereits die 15. Auflage erschienen. LaRoche ist mit dem Standardwerk von Schneider/Raue vergleichbar, geht jedoch nicht ganz so in die Tiefe. Dafür sind die Ausbildungswege anschaulicher beschrieben, diese nicht nur für Deutschland, sondern auch für Österreich und die Schweiz.

Michael Haller
Das Interview. Ein Handbuch für Journalisten.
1997, UVK-Medien Konstanz. 458 Seiten. Softcover.
ISBN 3-89669-009-4
Michael Haller ist ein bescheidener Mensch. Sein Professorentitel für Journalistik am Institut für Kommukations- und Medienwissenschaften der Universität Leipzig taucht auf der Titelseite des Buches nicht auf. Haller ist nicht nur Professor, sondern auch Profi. Er gibt u.a. die Fachzeitschrift message heraus.
Sein Handbuch ‘Das Interview’ bietet eine praxisorientierte Einführung in die verschiedenen Interviewformen bei Print- und Funkmedien, bespricht deren Eignung anhand zahlreicher Beispiele und erläutert die Vorbereitung, Durchführung und Präsentation des Interviews. Besonderes Gewicht wird auf die Interviewsituation gelegt. Die verschiedenen Formen und Techniken der Gesprächsführung werden aufgezeigt. Ein Abschnitt über die rechtliche Situation des Interviewenden und Interviewten und ein Ausflug indie Geschichte des Interviews runden das Werk ab.

Berthold L. Flöper/Lothar Hausmann
Freie Journalisten. Der Ratgeber für Einsteiger und Profis
1998, Johann Oberauer GmbH, Salzburg
ISBN 3-901227-12-1, 261 Seiten. Softcover
Ein guter Ratgeber für die ersten Schritte in die journalistische Selbständigkeit. Freie Journalisten haben und hatten es noch nie leicht. Doch gerade in der heutigen Zeit mit Stellenabbau in vielen Redaktionen und dem Zauberwort Outsourcing, bieten sich Freien gute Chancen auf Arbeit. Wer diese Chancen nutzen will, muss strategisch planen und professionell auftreten.
Dieses Buch bietet eine gute Hilfe. Nicht zuletzt, weil zwei Dutzend erfahrene Gastautoren, darunter viele erfolgreiche freie Journalisten, aus dem Nähkästchen plaudern. Guter Anhang mit zahlreichen nützlichen Adressen.


Scholz Film- und Fernseh ABC
Scholz-Verlag, Hamburg
ISBN 3-927306-10-X, 1371 Seiten. Softcover
Wer journalistisch im Bereich Film und Fernsehen tätig ist, aber auch wer bei den Printmedien, z.B. im Kultur-Ressort arbeitet, wird ohne den ‘Scholz’ kaum auskommen. Anschriften, Telefonnummer etc. von tausenden Kreativen, seien es nun Beleuchter, Maskenbildner, Schauspieler und Schauspielerinnen, Moderatoren Künstler-Agenturen, Kameramännern und -frauen, etc. sind im ‘Scholz’ übersichtlich gelistet. Mit ca. 40 Euro ist der Scholz nicht gerade billig, besonders weil er regelmäßig aktualisiert wird. Berücksichtigt man jedoch, dass er komprimiert viele Adressen listet, die oft nicht im Telefonbuch stehen, ist die Anschaffung eine lohnende Investition.

Der ‘STAMM’. Das Presse- und Medienhandbuch
Erscheint jedes Jahr aktualisiert im
Stamm-Verlag, Essen
ISBN 3-87773-027-2.Ca. 1700 Seiten. Softcover.
Auch der ‘STAMM’ ist kein Schnäppchen. Die aktuelle Ausgabe dürfte um 120 Euro kosten. Dafür bekommt man jedoch die Anschriften und Ansprechpartner sämtlicher Tageszeitungen, Publikumszeitschriften, Fach- und Special-Interest-Magazine, sowie Radio und Fernsehsender aus deutschen Landen serviert. Besonders für Freie ist der ‘STAMM’ ein Muß!
Den ‘STAMM’ gibt es auch auf CD mit praktischen Suchmasken. Ich persönlich bevorzuge jedoch die Papierausgabe, zumal sie ca. 15% billiger ist als die elektronische Version. Außerdem ist die CD umständlich zu handhaben. Sie läßt sich nicht auf die Festplatte kopieren. Der Inhalt muß jedes Mal vom CD Laufwerk aus gelesen werden. Und das dauert mir auch bei einem fixem Laufwerk einfach zu lang.
Ein Nachteil der Papierversion soll allerdings nicht verschwiegen werden: Sie ist auf verdammt dünnen Papier gedruckt (kein Wunder bei dem Umfang!), und die Bindung geht bei sehr häufigem Gebrauch aus dem Leim.
Liebe Kollegen aus Essen: Bitte sprecht mal ein ernstes Wort mit eurem Buchbinder. Für 120 Euro darf man nicht nur inhaltliche (die ist gegeben), sondern auch buchbinderische Qualität erwarten.


Tom Buschardt (Hrsg.)
Ratgeber Freie Journalisten. Ein Handbuch.
Istvas Verlag, Berlin
ISBN 3-89158-021-5, 405 Seiten. Softcover
Der RATGEBER FREIE JOURNALISTEN hat sich in den letzten zehn Jahren als Standardwerk der Fachliteratour für Journalisten etabliert. Sachkompetente Autorinnen und Autoren geben professionelle Hilfestellung für Einsteiger und Profis. Sogar ‘alte Hasen’ werden hier fündig (mir ging es jedenfalls so). Freier Journalismus bedeutet auch freier Unternehmer zu sein. Um so höher ist es zu bewerten, dass Tom Buschardt nicht nur auf rein journalistische Themen eingeht, sondern auch die eher ‘drögen’ Dinge des Berufsalltages beleuchtet. Und dass er sich dazu so kompetente Autoren wie z.B. Benno Pöppelmann (Justititiar des DJV) geholt hat, spricht für dieses Buch. Aber auch Steuerexperten, Versicherungsprofis und PR-Fachleute kommen zu Wort. Sehr umfangreiche Literaturtipps.

A.M. Textor
Sag es treffender
1988 Rowohlt, Reinbek
ISBN 3-499-16031-5. 441 Seiten. Softcover
A.M. Textor heißt der Verfasser. Ich bin ziemlich sicher, dass das ein Pseudonym ist. Auf jeden Fall aber ist der Name Programm. Wie oft sitzen wir grübelnd vor dem Monitor oder bleistiftkauend vor einem Papiermanuskript? Und uns fällt beim besten Willen kein Synonym für ein Wort ein, dass da einfach nicht passt! Oder für eines, dass einen Satz vorher schon verwendet wurde. Wiederholungen wirken bekanntlich langweilig! Hier hilft Textor! Das Buch liefert ca. 25.000 sinnverwandte Wörter. Tolles Buch!

 

Letzte Aktualisierung ( Sonntag, 27 Mai 2007 )
 
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