Wie verwertet man Texte mehrfach und wann ist das erlaubt?
Es ist völlig legitim, wenn Sie versuchen, den maximalen Gegenwert für ihre Arbeit zu erzielen. Ein einfacher Weg, dieses Ziel zu erreichen, besteht in der Mehrfachverwertung von Ihren Texten. Dabei sind allerdings gewisse Spielregeln zu beachten. Es dürfte völlig klar sein, dass Sie nicht den gleichen Text, an die direkte Konkurrenz verkaufen dürfen. Insbesondere trifft dies auf überregionale Tageszeitungen, oder auf Zeitschriften zu, die sich in einem ähnlichen oder sogar gleichen Marktsegment bewegen. Die Story über schlechte Schülerleistungen wegen Lehrermangel dem Spiegel zu verkaufen und anschließend auch noch den Focus anzubieten, scheidet natürlich aus. Wenn der Ort der Handlung eine Schule beispielsweise in Baden-Baden ist, müssen Sie sich auch reiflich überlegen, ob Sie die Geschichte dem Badischen Tagblatt und gleichzeitig der Badischen Zeitung anbieten.
Etwas anders stellt sich die Situation dar, wenn die Geschichte keinen direkten lokalen Bezug hat. Ist der Ort der Handlung, um beim Beispiel zu bleiben, eine Schule in Kassel, und steht diese Schule beispielhaft für die Lehrermisere in Deutschland, ist eine mehrfache Verwertung durchaus erlaubt, solange nicht ein direkter Wettbewerb herrscht. Falls Sie die Geschichte erfolgreich an die Flensburger Nachrichten verkauft haben, wird der verantwortliche Redakteur kaum etwas dagegen haben, wenn sie das Material der Hannoverschen Allgemeinen anbieten. Das Verbandsmagazin des DJV journalist, veröffentlicht jedes Jahr eine Übersicht der die Verbreitungsgebiete von Tageszeitungen zu entnehmen sind.
Wenn Sie unsicher sind, ob ein halbwegs direkter Wettbewerb besteht, sollten Sie den verantwortlichen Redakteur einfach fragen. Die meisten Redakteure haben Verständnis für Ihre Frage beziehungsweise für Ihre Situation. Sie wissen, dass eine mehrfache Verwertung für Freie in vielen Fällen unverzichtbar ist, um finanziell zu überleben.
Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 28. September 2010 um 15:51 Uhr