Diskussionsforen
In Zeiten, in denen das Internet (wenn Sie diese Zeilen lesen, sind Sie ja selbst drin) eine immer wichtigere Rolle in der Kommunikation spielt, gibt es natürlich auch im Netz zahlreiche Diskussionsforen rund um Medien und Journalismus. Die beiden (nach meiner Meinung) wichtigsten möchte ich Ihnen hier vorstellen, wobei ich mich auf die Foren in Mailinglisten beschränke und nicht auf Newsgroups im Usenet eingehe.
Nichts gegen das Usenet. In den dort verfügbaren Newgroups gibt es jedoch in der Regel keine zentrale Benutzerverwaltung, was dazu führt, dass der Zugang zu den Newsgroups normalerweise nicht kontrolliert wird. Das mag der Nutzervielfalt dienen, führt aber bisweilen auch dazu, dass der Ton ruppig sein kann. Bei Mailinglisten hingegen liegt die Nutzerverwaltung auf einem Server. Dort gibt es einen Administrator , der schaut, dass die Sache nicht aus dem Ruder läuft.
1. Das Jonet
Das Jonet (kurz für Journalistennetz) gibt es seit 1994. Betrieben wird es in selbstloser und vorbildlicher Weise von Jochen Wegner (Danke Jochen!). Derzeit (Stand Mai 2006) sind dort mehr als 3000 Kollegen und Kolleginnen, die Jonetler nennen sie geschlechtsneutral Listlinge, aktiv. Die Teilnahme am Jonet ist kostenlos. Sie müssen sich allerdings unter http://www.jonet.org registrieren. Sodann sollten Sie unbedingt zunächst die FAQ anschauen, damit Sie sich mit den ungeschriebenen, jedoch gültigen Listenregeln vertraut machen können.
Wenn Sie dann eine (journalistische!) Frage haben, stellen Sie Ihr Anliegen einfach der Listengemeinde. Zu 99% haben Sie RuckZuck eine Antwort. Ich empfehle Ihnen jedoch dringend, zunächst einfach den Listenverkehr zu beobachten, denn jede Frage und jede Antwort der Liste wird Ihnen ja auch per Mail zugestellt. So bekommen Sie ein Gefühl dafür, was in der Liste erwünscht oder eher unerwünscht ist (sofern das nicht ohnehin in den FAQ beantwortet wird).
Wenn Sie die Liste beispielsweise fragen, wieviel Honorar Sie für einen Artikel, den Sie einer Tageszeitung anbieten wollen, verlangen können, dürfen Sie sich nicht wundern, wenn Sie keine Antwort, oder ein paar böse Antworten bekommen, denn für solche Fragen gibt es andere Informationsquellen, wie z.B. den Deutschen Journalisten Verband (DJV).
Wenn Sie jedoch wissen möchten, ob ein Kollege aus Los Angeles (oder auch Shanghai), Sie bei der Recherche zu XYZ unterstützen kann, oder die Namen von deutschsprachigen Zeitungen in Paraguay wissen wollen. Das Jonet hilft. Es gibt allerdings noch ein weiteres ungeschriebenes Gesetz: "Gib der Liste zurück, was Sie dir gegeben hat". Will sagen, Sie sollten alle wesentlichen Antworten (die auch direkt, also nicht über die Liste bei Ihnen eintreffen können) in einer gerafften Zusammenfassung an die Liste schreiben. Das hat den großen Vorteil, dass Listenteilnehmer sich nicht jede Antwort (die auch über die Liste kommen kann) einzeln ansehen und durchlesen muss, denn er bekommt von Ihnen ja eine geraffte Version.
Innerhalb des Jonet gibt es noch Schwesterlisten. So zum Beispiel Jotech. Dort können Sie Fragen technischer Natur stellen, z.B. nach aktuellen Mikrofonen für Rundfunkjournalisten, oder wie Sie Ihre "verstorbene" Festplatte wiederbeleben. Es gibt auch die Liste YoYo (Dinge, die besonders den journalistischen Nachwuchs betreffen), die Liste JoDebatte, in der auch Dinge diskutiert werden dürfen, die nicht unbedingt einen direkten Bezug zu Journalismus haben.
Jonet ist eine tolle Sache. Machen Sie mit!
2. Journalismus.com
Die Liste hat Peter Dieseler aus Bonn ins Leben gerufen. Sie funktioniert ganz ähnlich wie Jonet, hat allerdings deutlich weniger Mitglieder, was jedoch keinen Mangel bedeutet. Anmeldungen können Sie vornehmen unter http://www.journalismus.com.