Botschaft aus dem All. Über den neuen Digital-Kanals DeutschlandRadio wissen. Erschienen in der RHEINPFALZ
Hörfunk-Macher sind bisweilen seltsame Menschen. Sie verfügen über ein großartiges Medium, hüllen sich aber in kaum nachvollziehbares Schweigen, wenn sie etwas Neues ausgebrütet haben. Seit Anfang diesen Jahres hat Deutschland Radio einen weiteren Kanal: DRadio Wissen heißt der Familienzuwachs, ein neues Programm für die digitale Welt. Nur erfuhren selbst Stammhörer kaum etwas von dem Sprössling, der sich seit Januar anschickt, die Hörfunkwelt auf innovative Art zu bereichern. Was ist ein Wissensprogramm? Programmdirektor Dr. Günter Küchler: „Unser Wissensbegriff reicht vom Alltagswissen bis zur Wissenschaft. Er schließt vieles ein – Kultur und Natur, Bildung und Karriere, Geschichte und Netzwelt, Politik und Wirtschaft, Gesundheit und Verbraucher – und schließt wenig aus. Auf die Form kommt es an: Wir liefern den Stoff, der hilft, den Tag zu bewältigen.“ Das Programm mag wenig Inhalte ausschließen, aber der Löwenanteil der Hörer bleibt draußen. Dradio Wissen ist nur digital über Kabel oder Satellit zu empfangen. Um in den Genuss des wirklich hörenswerten Programms zu kommen, benötigt man einen digitalen Empfänger, den jedoch nur wenige Hörer besitzen. Als Alternative bietet sich ein Internetanschluss und ein handelsüblicher PC an, auf dem allerdings ein Windows Media Player oder ein ähnliches Programm installiert sein muss. Laut neuesten Studien sind bereits 73% aller Haushalte in Deutschland online. Sie können das Programm empfangen, müssen sich dann aber von lieb gewonnenen Hörfunkgewohnheiten scheinbar verabschieden. Radio im Ohrensessel ade! Nutzer sind genötigt, das aktuelle Programm am PC zu hören. Und der steht in den seltensten Fällen dort, wo man gerne Radio hört. Schlechte Nachrichten für Radio-Fans? Nur auf den ersten Blick! Es gibt inzwischen eine stattliche Auswahl von erschwinglichen Internet- Empfangsgeräten, die den Empfang von DRadio Wissen (und tausenden anderen Radiosendern aus aller Welt) gänzlich ohne PC ermöglichen. Der Internetzugang ist zwar unabdingbar, wenn man die Sendungen live erleben will. Seitdem viele Provider pauschale Nutzungsentgelte eingeführt haben, sind auch diese Kosten überschaubar.
Nutzer von DRadio Wissen (und des riesigen weiteren Hörfunkangebot im Worldwide Web) müssen also in den sauren Apfel beißen und für das neue Medium zahlen, werden aber reich belohnt. Das Programm im Zweistundenrhytmus mit jeweils acht Themenblöcken wird ergänzt durch Welt- und Wissensnachrichten zur vollen Viertelstunde. Abends gibt es werktäglich die „Redaktionskonferenz“, ein Rückblick auf den Radiotag – live mit interessanten Studiogästen, die ihre eigene Musik mitbringen und die „Radiolinks“. Bei DRadio Wissen weiß man, dass auch Andere gutes Radio machen und verlinken mit Sendern aus Deutschland, Frankreich und England. DR Wissen versteht sich als digitaler Sender und schöpft die technischen Möglichkeiten dieses spannenden vernetzten Mediums konsequent aus. Hörer können (per Email) das Programm kommunikativ begleiten. Als kürzlich eine Reportage über die Internationale Raumstation ISS gesendet wurde, sandte eine experimentierfreudige Redakteurin eine Botschaft ins All: „Wir haben gerade über Sie berichtet. Können Sie uns via Internetradio empfangen?“. Kurze Zeit später kam die Antwort: „Leider nicht, unsere Bandbreite ist nicht groß genug.“
Aber dafür wussten die Hörer, dass Colonel Creamer aus Maryland stammt, Chemie studiert hat, und zu seinen Hobbys neben Tennis die deutsche Sprache gehöre.
Dadio Wissen im Netz:
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